Stash abarbeiten: So kommst du wieder ins Nähen - floydthefox

Stash abarbeiten: So kommst du wieder ins Nähen

Choix des couleurs pour le quilting – Pourquoi il est si difficile de se décider Vous lisez Stash abarbeiten: So kommst du wieder ins Nähen 5 minutes

Wie kann ich meinen Stash abarbeiten?

Einleitung

Ja, ich sag’s:

Ein gut gefüllter Stash kann sich gleichzeitig wunderschön und ein kleines bisschen vorwurfsvoll anfühlen.

Da liegen sie. Die Fat Quarter aus dem Urlaub. Die Stoffserie, die es irgendwann nie wieder geben sollte. Der eine Meter, der „ganz sicher ein Binding“ werden sollte. Und natürlich die Stoffe, die man gekauft hat, weil sie einen angeschaut haben.

Ich urteile nicht.

Ich wohne quasi beruflich zwischen Stoffballen.

Aber wenn aus Freude ein sehr hübsch sortiertes schlechtes Gewissen wird, lohnt es sich, einmal liebevoll hinzuschauen. Nicht mit Druck. Nicht mit „Jetzt muss aber alles weg“. Sondern mit der Frage:

Was davon will wirklich vernäht werden?

Warum der Stash nicht das Problem ist

Ein Stash ist erst einmal nichts Schlimmes.

Er ist Erinnerung, Möglichkeit, Farbbibliothek, Trostpflaster und manchmal auch einfach ein sehr guter Beweis dafür, dass du Geschmack hast.

Das Problem entsteht meistens nicht durch die Menge. Es entsteht dadurch, dass die Stoffe keine Aufgabe haben.

Ein Stapel ohne Idee bleibt ein Stapel. Ein Stapel mit einem Plan wird plötzlich wieder ein Projekt.

Schritt 1: Sortiere nicht nach Farbe, sondern nach Lust

Natürlich kannst du deinen Stash nach Farben sortieren. Das sieht schön aus und macht sich hervorragend für Fotos.

Aber wenn du wirklich ins Nähen kommen willst, frag zuerst:

  • Worauf habe ich noch Lust?

  • Was fühlt sich nach mir an?

  • Welche Stoffe würde ich heute nicht mehr kaufen, aber trotzdem gern verwenden?

  • Welche Stoffe dürfen weiterziehen?

Das ist kein Aufräumprojekt. Es ist ein ehrliches Gespräch mit deinem früheren Ich.

Und ja, manchmal hatte dieses frühere Ich sehr interessante Pläne.

Schritt 2: Baue kleine Projektstapel

Nimm dir nicht vor, den ganzen Stash abzuarbeiten.

Das ist ungefähr so motivierend wie „Ich sortiere jetzt das Internet“.

Mach lieber kleine Projektstapel:

  • ein Babyquilt

  • ein Kissen

  • ein Scrappy Binding

  • ein Tischläufer

  • ein Probeblock

  • ein Rückseiten-Projekt

  • ein Low-Volume-Stapel

Wichtig ist: Jeder Stapel bekommt eine Aufgabe.

Nicht „irgendwann“. Sondern: „Das könnte ein Kissen werden.“

Plötzlich ist der Stoff nicht mehr Vorrat. Er ist Material.

Schritt 3: Ergänze nur, was wirklich fehlt

Viele Stash-Projekte scheitern nicht daran, dass zu wenig Stoff da ist.

Sie scheitern daran, dass zu viele Stoffe gleichzeitig Hauptrolle spielen wollen.

Dann hilft oft nicht noch ein aufregender Stoff, sondern ein ruhiger:

  • ein Background

  • ein Blender

  • ein Low Volume

  • ein Uni

  • ein Stoff, der die anderen atmen lässt

Das ist auch der Moment, in dem ein kleiner Einkauf sinnvoll sein kann.

Nicht, weil dein Stash nicht reicht. Sondern weil ein guter Verbindungsstoff aus 17 Einzelstimmen plötzlich einen Chor macht.

Schritt 4: Nähe kleinere Dinge zuerst

Wenn du deinen Stash abarbeiten willst, musst du nicht sofort einen riesigen Quilt planen.

Manchmal ist ein kleines Projekt viel besser, weil du wieder in Bewegung kommst.

Gute Stash-Projekte sind:

  • Kissenhüllen

  • Taschen

  • Scrappy Binding

  • Mug Rugs

  • Babyquilts

  • Rückseiten

  • Probeblöcke

  • Geschenkprojekte

Kleine Projekte haben einen großen Vorteil:

Sie werden fertig.

Und fertig ist manchmal genau die Motivation, die der nächste Quilt braucht.

Schritt 5: Erlaube Stoffen, benutzt zu werden

Das klingt banal. Ist es aber nicht.

Viele Stoffe bleiben im Regal, weil sie zu schön sind. Zu besonders. Zu selten. Zu sehr „für das richtige Projekt“.

Nur kommt dieses richtige Projekt manchmal nie.

Und dann liegt der Stoff da. Jahr für Jahr. Wunderschön. Unberührt. Ein Museumsstück mit Webkante.

Vielleicht darf dein schönster Stoff genau jetzt in ein Alltagskissen.

Vielleicht darf er in einen Quilt, der auf dem Sofa liegt.

Vielleicht darf er gewaschen, geknautscht, geliebt und benutzt werden.

Das ist keine Verschwendung.

Das ist der Sinn der Sache.

Schritt 6: Gib weiter, was nicht mehr zu dir passt

Nicht jeder Stoff muss vernäht werden.

Manche Stoffe waren für eine Version von dir gedacht, die inzwischen andere Farben mag, andere Projekte näht oder schlicht nicht mehr existiert.

Das ist okay.

Du kannst Stoffe tauschen, verschenken, spenden oder zu kleinen Überraschungspaketen für Quiltfreundinnen machen.

Auch das ist Stash abarbeiten.

Nicht alles muss durch deine Nähmaschine gehen, um wieder Freude zu machen.


Wenn du beim Sortieren merkst, dass deinen Stash-Projekten vor allem Ruhe, Verbindung oder ein guter Background fehlt, dann sind Basics, Blender und Low Volumes oft die besten Ergänzungen.
Nicht als neuer Berg. Eher als Brücke. 
Bei Floyd the Fox findest du deshalb nicht nur die lauten Stoffe, die sofort „nimm mich“ rufen, sondern auch die stilleren, die am Ende den Quilt zusammenhalten. Und manchmal sind genau die der Unterschied zwischen „schöner Stapel“ und „ich fang jetzt wirklich an“.

Schluss

Deinen Stash abzuarbeiten heißt nicht, dich für frühere Käufe zu bestrafen.

Es heißt, den Stoffen wieder eine Möglichkeit zu geben.

Sortier liebevoll. Plane klein. Ergänze klug. Und schneid die schönen Stoffe ruhig an.

Sie sind nicht beleidigt, wenn sie benutzt werden.

Im Gegenteil.

Darauf haben sie gewartet.

Von Herzen
Helen